Das Projekt
Mit dem Angebot "die Autonauten" lanciert der verein social input ein Pilotprojekt zur sinnvollen Integration von fremdsprachigen Personen im Kanton Aargau. Primäres Ziel von social input ist die berufliche und soziale Integration von 16 bis 20 jährigen, fremdsprachigen Jugendlichen.
Akteure
Der Verein social input hat das Pilotprojekt "die Autonauten" auf das Bedürfnis der zuweisenden Stellen (AWA Aargau) zugeschnitten und mit diesen zusammen erarbeitet.
Das Projekt ist als Massnahme gegen (Langzeit)- Arbeitslosigkeit bei fremdsprachigen Jugendlichen konzipiert worden. Das Projekt ist in beiden Bereichen (Bildung/Arbeit) ein Bildungsprogramm mit Präventivcharakter. Mit der Autogarage Rihs konnte ein sozial engagiertes KMU zur Zusammenarbeit gefunden werden, wodurch dem Projekt ein dem ersten Arbeitsmarkt authentischer Arbeitsbereich erschlossen wird.
Zielgruppe
Das Projekt konzentriert sich auf 16 bis 20 jährige fremdsprachige männliche Jugendliche, die oft aufgrund des verspäteten Familiennachzugs sprachliche, kulturtechnische und schulische Defizite haben und dadurch keine bis wenig Arbeitserfahrungen erwerben konnten.
social input geht davon aus, dass die Zielsetzungen für die berufliche Integration der Jugendlichen auf deren individuelle Ansprüche, Bedürfnisse und Probleme ausgerichtet werden müssen. Die Jugendlichen müssen aber auch lernen sich den Anforderungen und der Leistungserwartung des ersten Arbeitsmarktes zu stellen. Deshalb sind im Leitbild von social input gmbh die individuellen Zielsetzungen in den direkten Zusammenhang mit den Auflagen des 1. Arbeitsmarktes gesetzt. Aufgrund dieser Ausgangslage ist das Projekt in 3 Teile gegliedert:
Arbeit – Bildung – Beratung
Arbeit:
Die Jugendlichen arbeiten an drei Tagen in der Woche in einer Autowerkstatt im Bereich der Ersatzteilaufbereitung und deren Verkauf. "Die Autonauten" recyclen SAAB Fahrzeuge, bauen ein Ersatzteillager auf, sind zuständig für die Aufbereitung der Ersatzteile und den Verkauf nach professionellen Richtlinien an Autogaragen und Fahrzeughalter. Durch den Verkauf der Ersatzteile wird die Arbeitsleistung als Ressource der Jugendlichen anerkannt und wird als Wertschöpfung und Identitätsgewinnung genutzt. Im Weiteren wird durch die Arbeitserfahrung und das Fachwissen der Zugang für einen Ausbildungsplatz oder Arbeitsplatz in der Autoindustrie (oder in der Autozulieferindustrie) gefördert.
Bildung:
Im Unterricht steht neben der Vermittlung sprachlicher Kompetenzen auch die punktuelle Verbesserung des schulischen Basiswissens im Zentrum. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung von persönlichkeitsbildenden Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit, Leistungsbereitschaft und Selbstständigkeit. Durch die Form des Werkstattunterrichts können die individuellen Bedürfnisse der Jugendlichen abgedeckt und die vorhandenen individuellen Ressourcen ohne Umweg ausgeschöpft und erweitert werden.
Beratung:
In der Beratung steht die individuell erstellte Zielvereinbarung im Vordergrund, welche aufgrund einer gemeinsam erarbeiteten Situationsanalyse erstellt wird. Bei der Umsetzung der Ziele erhalten die Teilnehmer fachliche Unterstützung. Ein weiteres Angebot ist die Unterstützung in persönlichen Krisensituationen.
Vorzüge des Projekts "Die Autonauten"
Institutionelle Ebene:
- Es besteht ein Arbeitsbereich mit Anforderungen und Leistungserwartung, die mit denjenigen des ersten Arbeitsmarktes vergleichbar sind.
Inhaltliche Ebene:
- Es wird ein interessanter, motivierender und abwechslungsreicher Arbeitseinsatz geboten.
- Die Teilnehmer können spezifisches Fachwissen erwerben, welches durch entsprechende Fachpersonen vermittelt wird und in sämtlichen technischen Berufen hilfreich ist.
- Es können wichtige Bildungslücken geschlossen werden.
Betreuungs- und Beratungsebene:
- Für den Aufbau einer positiven Arbeitshaltung und -indentität wird eine enge, individuelle Betreuung und Förderung angeboten.
- Das Bewerbungsverfahren sowie die jeweilige Strategie werden individuell auf den Teilnehmer angepasst und entsprechend eingeübt.
- Die Förderung von Verhaltensveränderungen in anforderungsreichen Situationen wie Bewerbungs-gespräch und Konfliktsituationen wird durch praktische Übungen, Gruppentrainings und Diskussionen erreicht.
- Es erfolgt eine intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Entwicklungs- und Integrationsprozess.
- Von den Teilnehmern wird verlangt, sich mit ihrer Arbeitsleistung auseinander zu setzen sowie ihre Selbsteinschätzung und ihr Selbstbild zu überprüfen.

